Viel Irrsinn im Idyll

Gankino.JPG

Von Caroline Riedl

Nicht überall, wo „Wildes Bayern“ draufsteht, ist wildes Bayern drin, wie einige Gastspiele bei den Theatertagen gezeigt haben. Aber wo „Irrsinn und Idyll“ draufsteht, ist Gankino Circus drin, und die Kabarettband hielt ihr Versprechen beim Late-Night-Auftritt im proppenvollen Foyer Neuhaussaal. Ralf Wieland, Gitarrist der Band, führte mit Witz und Anekdoten aus dem fränkischen Dörflein Dietenhofen, aus dem die Band angeblich kommt, durch den Abend. Außerdem bekam das Publikum die therapeutische Maßnahme für den verstörten Arztsohn Dr. Simon Schorndanner, Klarinettist und Saxophonist, live zu sehen: ekstatisch-aggressives Triangel-Spiel. Der Akkordeonmeister wiederum hatte die Lacher vor allem mit seinem versiertem Trommelsolo (inklusive Bart-Einsatz am Mikrofon) auf seiner Seite, wohingegen der Schlagzeuger und Percussionist Johannes Sens mit einer Striptease-Einlage begeisterte: Während seines Solos zog er sich erst bis auf die Unterwäsche aus und stieg dann, ganz heimatverbunden, in den Dietenhofener Fußballdress, ohne sein Solo zu unterbrechen. Volksmusik und Gypsy-Sound ließen die Zuschauer mitklatschen und -wippen. Die energiegeladene, anarchische Performance der fränkischen Jungs war eine riesige Gaudi, auch wenn die Texte nicht immer verständlich waren. Offenbar angeregt von der Irrsinns-Show im Idyll des Theaters ließen sich einige Besucher anschließend zu einem Frisbee-Spiel mit Sitzkissen hinreißen – da wurde die Kutschendurchfahrt kurzerhand zur Spielwiese umfunktioniert.

 

Foto: Michael Geißelbrecht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s