Auf einen Kaffee mit …dem Jagdszenen-Cast

Von Jana Haberkern

Tafelhalle Nürnberg I Geplant ist ein Interview mit dem Schauspieler Helwig Arenz. Zwei extrovertierte Schauspieler aus dem „Jagdszenen aus Niederbayern“–Ensemble sitzen mit am Tisch und wollen sich einmischen.

Was heißt für dich „wildes Bayern“? Wieso passt „Jagdszenen aus Niederbayern“ in den Spielplan des Festivals?

Helwig Wildes Bayern sagt mir nicht viel. Wild klingt für mich positiv, urwüchsig, kräftig. Aber ich denke, dass es in diesem Fall eher um die Abgründe und negativen Seiten geht, die es diesem reichen und eher konservativen Bundesland auch gibt. Ich glaube aber nicht, dass man da etwas typisch Bayerisches herauskristallieren kann, ohne in Klischees zu verfallen. Ich glaube, dass die Abgründe überall gleich sind und weniger regional.

Lukas Hat nicht so viel Aussage, klingt aber gut.

Wann macht es Spaß, Schauspieler zu sein?

Helwig Wenn die Arbeit Spaß macht. Wenn gewürdigt wird, was man macht. Finanziell und gesellschaftlich.

Wann hast du das letzte Mal ein Projekt angenommen, obwohl du Bedenken hattest? Warum hast du es dann trotzdem angenommen?

Jürgen Passiert immer wieder. Aus Geldgründen. Wir sind ja auf dem freien Markt, da ist das halt so. Wenn ich alles ablehne, was ich nicht von Anfang an absolut gut finde, würde ich wahrscheinlich gar nichts machen. Und manchmal hat man ja auch Bedenken und dann wird es voll gut.

Warum arbeitest du in der freien Szene?

Helwig Weil ich, wenn es gut läuft, mein Leben mehr so gestalten kann, wie es mir gut tut. Weil ich mir Zeit nehmen kann, um zu schreiben. Mein zweiter Roman kommt im November raus, so was schafft man nicht nebenbei.

Jürgen Du bist ja ein Schleimer.

Helwig Ja, was soll ich machen, ich muss Werbung machen.

Jürgen Ne, aber das ist eine gute Antwort.

Wann vermisst du die „großen“ Theater(strukturen)?

Helwig Wenn ich mich selbst schminken muss manchmal und wenn ich nach der Vorstellung ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich den Technikern oder sogar dem Regisseur nicht beim Abbauen helfe. Vor allem aber, was das Geld angeht. In großen Häusern läuft die Organisation oft deutlich besser und die Räumlichkeiten sind besser, leiser, schöner.

Du machst auch viel Theater für Kinder und Jugendliche. Warum?

Helwig Nicht speziell. Ich habe am Theater Pfütze in Nürnberg tolles Kindertheater kennengelernt. Die Stücke dort haben ihre ganz eigene Sprache und sagen den Erwachsenen im besten Fall genauso viel wie den kleineren Zuschauern. Das finde ich gut. Ansonsten spiele ich lieber Zeug, das man Kindern nicht zeigen sollte.

 

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